Joachim Brohm, geb. 1955, photographierte zur richtigen Zeit die richtigen Bilder. Er gehörte in Deutschland zu den ersten Künstlern seiner Generation, die Ende der 1970er Jahre die Farbphotographie für sich entdeckten.
Joachim Brohm: Color, das erstmals einen breit gefächerten Einblick in Brohms Werkgruppen zwischen 1980 bis 2010 gibt.
Das photographische Sujet von Joachim Brohm sind jene urbane Regionen des Übergangs, die weder als reine Naturgebiete noch als idealtypisch gestaltete Landschaften existieren. Ausstellung und Buch präsentieren Bilder der Serien Ruhrstadt, Ohio, Areal und Cultura sowie bislang unbekannte Aufnahmen, die parallel in kleineren Serien wie Kleingärten oder Paradies entstanden sind.
Das Nebeneinander und Miteinander der aktuellen und frühen photo- graphischen Arbeiten veranschaulicht auf besondere Weise den individuellen, über Jahrzehnte entwickelten Blick von Brohm, mit dem er sich den Kulturlandschaften sowie den Peripherien und Randzonen der Städte in Deutschland, Frankreich, Portugal, den USA und Japan widmet.
Vergleichbar der archäologischen Spurensuche nach vielfach unscheinbaren Gegenständen und den improvisierten Konstellationen des Alltags findet er
in Kolorit, Formensprache und Sujet stimmige Bilder, die das Prozesshafte der abgebildeten Landschaften signifikant aufzeigen. Größtenteils unspektakuläre Situationen – der brennende Sportcoupé aus Ohio bildet hier eine über- raschende Ausnahme – hält der Künstler in farbig reduzierten Ansichten fest, die das Gefühl der Zeit konservieren. Schrottplätze, Autos am Straßenrand, brach liegende Boote, marode Häuserfronten, Wege, die scheinbar ins Nichts führen, ein zubetonierter Strand und zwischendrin immer wieder kleinfigurig abgebildete Menschen, die ihren Platz zwischen Natur und Stadt eingenommen haben.
Joachim Brohm
Color
Mit einem Text von Gabriele Conrath-Scholl 152 Seiten, 55 Farbtafeln
--- euro 22.00
