Das erste deutsche Buch von Ryan McGinley bei Schirmer/Mosel
Sommer, Sonne, Freiheit – die Bilder von Ryan McGinley (geb. 1977 in New Jersey) beschwören das Jungsein, die Lust am Abenteuer und ein Leben ohne Regeln und Zwänge. Als jüngster Künstler im Whitney Museum mit einer Einzelausstellung gewürdigt, gilt der in New York lebende Photograph als Porträtist einer ganzen Generation. Seine schnappschussartigen Bilder von nackten Körpern in freier Natur führen vor, dass es trotz all der Probleme der Erwachsenenwelt noch möglich ist, jung zu sein und dabei Spaß zu haben. Im Schirmer/Mosel Verlag erscheint nun das erste deutsche Buch mit den schönsten Photographien des Shootingstars. Es enthält sowohl McGinleys frühe, tagebuchartige Aufnahmen, die er von seinen Freunden in herunter-gekommenen New Yorker Appartments aufgenommen hat, als auch seine berühmten Bilder von den sommerlichen Roadtrips durch die USA. Die intimen Studio-Portraits gehören zu McGinleys jüngsten Arbeiten: Nackt und ohne persönliche Gegenstände blicken die Jugendlichen hier selbstbewusst und unerschrocken direkt in die Kamera.
Ryan McGinleys „Pseudo-Dokumentationen“, wie der Künstler seine Bilder wegen ihres dokumentarischen Stils selbst nennt, erzählen in betörenden, aber glaubwürdigen Geschichten von einer Welt zufälliger Abenteuer und präsentieren dabei eine leuch-tende Illusion von Freiheit und Schönheit. Während McGinley – ohne formale photo-graphische Ausbildung – anfangs seine Freunde portraitierte, arbeitet er in späteren Serien mit jungen Leuten, die er während seiner Reisen kennenlernt. Er sorgt für die Kulisse, vor der die Mitwirkenden dann ungezwungen herumtollen – vorwiegend nackt und draußen. Die Laienmodels verleihen den Bildern dabei eine fragile Integrität, denn sie zeigen nicht nur ihre Körper, sondern auch eine Präsenz, die von ihrem eigentlichen Leben geprägt ist. Vorbilder dieser Art Photographie sind thematisch und ästhetisch im Werk von Nan Goldin oder Larry Clark zu finden. Im Vordergrund von McGinleys Werk steht jedoch die positive Energie, die Sehnsucht und die Lebendigkeit der Jugend: junge, von den Spuren des sichtbaren Alterns noch unberührte Körper, denen auch der eine oder andere blaue Fleck nichts anhaben können. Noch ist kein Schmerz von Dauer, noch besteht die freie Wahl der Möglichkeiten und das Leben liegt ihnen zu Füßen.
Ryan McGinley wurde 2007 vom International Center of Photography zum „Young Photographer of the Year“ auserwählt, 2011 erhielt er für seine Aufnahme der über New Yorks Hochhäusern schaukelnden Sängerin M.I.A. (veröffentlicht im New York Times Magazine) die Goldmedaille der Society of Publication Designers.
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